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Es gab viele vor uns

Ein biografisches Projekt der jüdischen Wurzeln und Vernetzung


Am 8. März 2024 feierten wir Shabbat und den Internationalen Frauen*tag in der Gemeinde. Das Thema der jüdischen Feier war die besondere Verbindung der eigenen mütterlichen Biografie und den jüdischen Wurzeln. Gemeinsam zeichneten wir eine Landkarte, auf der sich die Routen zwischen den Geburtsorten unserer weiblichen Ahn*innen, also der eigenen Mutter, deren Mutter und so weiter, verbinden. Auf einer Weltkarte zeichneten die Mitglieder*innen der Jüdischen Kultusgemeinde Dresden die Geburtsorte der weiblichen Biografien mit verschiedenen Farben auf. Diese vertikale biografische Vernetzung lädt ein, über unser Judentum und unsere Muttersprache nachzudenken, sodass es zu interessanten und persönlichen Gesprächen untereinander kam. Die bildnerische Darstellung reflektiert eine einzigartige Vernetzung, Treffpunkte, Annäherungen und Distanzen, die die zwei Dimensionen der gezeichneten Weltkarte überragen.


Malky und Miri leiten das Gebet am Schabbat
Malky und Miri leiten das Gebet am Schabbat

Welches Bild hat sich aber nun durch diese mütterlichen Lebenslinien ergeben? Ich hatte den Eindruck, dass sich über allen die zum Shabbat am langen Tisch saßen, durch die Verbindung unserer mütterlichen Lebenslinien ein Hologramm über den Köpfen aufzeichnet. Anschließend sprachen wir über die vier bekannten Dimensionen des Lebens. Die horizontale und die vertikale Achse, dazu die dritte Dimension, die die Tiefe ermöglicht und die Zeit als vierte Dimension. In der fünften Dimension findet Alles, was der Mensch nicht erklären kann, ein Zuhause. Dort, wo die Liebe, die Kunst, das Unbewusste unserer Erinnerungen und Gefühle zusammenkommen, nistet sich für mich mein Judentum ein. Wie ist es bei euch?


Jetzt seid ihr alle an der Reihe. Ich lade alle Mitglieder*innen der Gemeinde mit jüdischen Wurzeln ein, unsere Mutterlinien zu erforschen, um Teil eines biografischen Kunstprojekts zu werden. Jede*r recherchiert über den Geburtsort der Mutter, der Oma und der Urgroßmutter mütterlicherseits - soweit ihr denken könnt. Fragt doch einmal nach: Es gibt


immer etwas Neues zu entdecken! Ab April wird es in der Gemeinde eine Kiste mit kleinen Staffeleien geben, wo jede*r die neu gefunden Wege einzeichnen kann. Die Weltkarte bleibt im Flur der Gemeinderäumlichkeiten für die Weiterentwicklung und das Wachsen der Spuren unserer Ahn:innen. Lasst uns unsere Wege verbinden, sie haben sich in Dresden gekreuzt. Lasst uns unsere jüdischen Wurzeln vernetzen.


Bist du interessiert mehr über unsere Projekte zu erfahren oder dich mit Ideen einzubringen? Dann komm zu unserem nächsten Treffen am 11. April 2024 von 17-19 Uhr in die Eisenbahnstr. 1 oder schreib uns an kultur@jk-dresden.de.


Ein Projekt der Kulturkommission von Marina Nemirovsky & Marenka Brügge

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